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Die modernen Hilfsmittel zur Korrektur von Zahnfehlstellungen

Korrektur von Zahnfehlstellungen

In diesem Artikel erörtern wir folgend für Sie die Behandlungsmethoden der modernen Kieferorthopädie. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Darstellung der verschiedenen Behandlungsoptionen und den verschiedenen Anwendungsmethoden. Beginnend mit der Lingualtechnik, über die Invisalign (unsichtbare Zahnspange) und Mini- und Kunststoff-Brackets, bis hin zu Retainern.

Begriffsklärung „Lingualtechnik“ – Erläuterung, Anwendungsgebiete und Vor- und Nachteile

Bei der Lingualtechnik handelt es sich um eine sogenannte zungenseitige Korrektur, die erstmals Ende der 70er Jahre vom kalifornischen Kieferorthopäden Dr. Craven Kurz angewandt wurde. Bei dieser Technik wird auf der Innenseite der Zähne, also im nichtsichtbaren Bereich, eine festsitzende Zahnspange implementiert. Besonders eignet sich dieser Durchführungsweg zur Behandlung von schwerwiegenden Deckbissen und Kontraktionsfällen (Kreuzbisse, Nichtanlage von Zähnen), wenn der Patient eine unsichtbare Lösung präferiert. Allerdings bringt diese Behandlungsmethode auch einige Nachteile mit sich, die wir folgend in Stichpunkten zusammengefasst haben:

  • Für den behandelnden Kieferorthopäden bringt die Methodik der Lingualtechnik einen deutlich höheren Aufwand mit sich, als bspw. die sogenannte Multibandtechnik oder die Behandlung mittels einer sog. „Invisalign“ (unsichtbare Zahnspange)
  • Durch einen sehr aufwendigen Laborprozess, verbunden mit einem großen Behandlungsaufwand, ist die Lingualtechnik sehr kostenintensiv und im Vergleich zu einer „normalen“ Behandlungsmaßnahme mit sog. „Mini-Brakets“ sehr teuer. Eine solche Behandlungsmaßnahme kann gut und gerne 15.000 Euro kosten
  • Durch die an der Innenseite der Zähne angebrachten Brackets, wird die Aussprache in den der ersten Zeit stark beeinträchtigt. Experten sprechen von einem Zeitraum von 6 bis 12 Wochen. Des Weiteren treten oft Irritationen an der Zunge und Probleme beim Essen auf.
  • Bei der Lingualtechnik kann zudem die Krafteinwirkung auf die Zähnen nicht so exakt koordiniert werden, wie bei anderen Behandlungstechniken
  • Das Zähneputzen erfordert bei einer solchen festsitzenden Zahnspange sehr große Sorgfalt. Mangelhafte Reinigung führt zu Karies an den „Ankerpunkten“ der angebrachten Brackets und kann zu aufwendigen und teuren Nachbehandlungen führen.

Invisalign – die unsichtbare Zahnspange

Die Invisalign-Methodik ist eine weitere „ästhetische“, da nicht sichtbare, Methodik um vorhandene Zahnfehlstellungen zu begradigen. Grundlage für den Behandlungsprozess ist ein Abdruck der Zähne. Anhand dieses Abdruckes wird anschließend geprüft, ob durch das Invisalign System eine Begradigung der Zahnfehlstellung möglich ist. Stellt das Behandlungssystem eine adäquate Behandlungsmethode dar, bietet es eine Reihe an Vorteilen für die Patienten, die wir folgend stichpunktartig zusammengefasst haben:

  • Die Aligner von Invisalign (transparente Kunststoffschienen) sind nicht nur unsichtbar, die Patienten können sie zudem auch herausnehmen. Somit ist die Zahnpflege wie gewohnt praktizierbar
  • Im Schnitt kostet die Invisaligntherapie zwischen 6.000 bis 8.500 Euro, also nur ein Bruchteil der zuvor angesprochenen Lingualtechnik.
  • Laut einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V. (DGKFO) aus dem Jahr 2010 gibt es keine Kontraindikationen oder Behandlungseinschränkungen bei der Ivisaligntherapie

Der Hauptanwendungsbereich umfasst u.a. Zahnverschiebungen (sog. dentoalveoläre Korrekturen) bei:

  • Moderatem frontalem Eng- und Lückenstand
  • Pro, Retrusion der Front
  • Geringer In-, Extrusion (Einsatz von Attachements)
  • Stabiler neutraler Interkuspidation

Mini-Brackets, Kunststoff-Brackets und Retainer – Begriffsklärung

Sogenannte Mini-Brackets, sind extrem reibungsreduzierte Bracketsystem und gehören zu den innovativsten Methoden, wenn es um festsitzende kieferorthopädische Behandlungsmethoden geht. Diese Miniaturmetallblättchen werden in Präzessionsarbeit auf die Zähne gesetzt, damit sie Ihre volle Wirkung entfalten. Dafür vorausgehend notwendig, ist eine exakte Laborarbeit. Nur durch sie können die Mini-Brackets durch das sog. „indirekte Klebeverfahren“ optimal angebracht werden. Die Vorteile dieser Behandlungsmethode sind:

  • Elastisches und metallisches Verbindungsmaterial wird durch die Mini-Brackets unnötig
  • Geringe Reibung bringt eine schmerzarme und sanfte Behandlung mit sich
  • Mini-Brackets sind aufgrund ihrer reduzierten Größe weniger sichtbar und für den Patienten leichter zu pflegen
  • Typische Schmutz- und Bakterienfänger, wie Drähte und Gummiringe fehlen
  • Weniger Kontrolltermine führen maßgeblich zu einer verkürzten Behandlungszeit

Transparente Kunststoff-Brackets werden oft von Patienten gewählt, die zum einen eine festsitzende Lösung präferieren, aber sich bspw. nicht mit einer an der Innenseite sitzenden Lösung wie der Lingualtechnik anfreunden können. Kunststoffbrackets haben für den Patienten den Vorteil, dass sie sehr einfach anzubringen und zu entfernen sind und eine hohe biologische Verträglichkeit aufweisen. Aufgrund ihrer flachen Oberfläche sind sie zudem einfach zu reinigen, womit einem kariösen Befall der Raum genommen wird.

Bei einem Retainer muss zwischen zwei unterschiedlichen Arten unterschieden werden:

  • Dem herausnehmbaren Retainer
  • Dem festsitzenden Retainer, auch Kleberetainer genannt

Beide Arten werden allerdings zum gleichen Zweck eingesetzt. Sie werden meist zur Stabilisierung der Zähne nach kleinen bis mittelschweren kieferorthopädischen Behandlungsmaßnahmen mit einer festsitzenden Zahnspange genutzt. Die Anwendung – das Tragen des Retainers – ist dabei vom Behandlungsziel abhängig. Durch einen eingesetzten Retainer, nach einer Behandlung mittels eine festsitzenden Zahnspange, können sich Kieferknochen und die neu positionierten Zahnwurzeln besser an die neue Position gewöhnen.